Aktuelles

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen des Coronavirus wird das für den 21. März geplante Konzert des Trio Catch auf bisher unbestimmte Zeit verschoben. Wir werden einen neuen Termin dafür finden und Sie rechtzeitig informieren.

Karten können selbstverständlich beim KulturForum zurückgegeben werden.

Trio Catch, Ohrknacker

»Hier werden Ohren geöffnet…«

Mit Kompositionen von Gérard Pesson, Mikel Urquiza und Dai Fujikura

Samstag, 21. März 2020, 19 Uhr
KulturForum in der Stadtgalerie, Kiel

Das Hamburger Trio Catch bringt seine populäre Werkstattkonzert-Reihe Ohrknacker nach Kiel. Durch Musik und gemeinsames Gespräch möchten die drei Musikerinnen ihr Publikum und die zeitgenössische Musik hautnah zusammenführen. Im Zentrum steht jeweils ein Werk, das zweimal gespielt und dazwischen im Austausch mit dem Publikum genauer betrachtet wird.

»Hier werden Ohren geöffnet für Töne, die bisher noch kein Ohr vernommen hat. Ohne Altersbeschränkung, ohne die Notwendigkeit musikalischer Vorkenntnisse. […] Mitdiskutieren, Fragen stellen, Eindrücke schildern ist ausdrücklich erlaubt. Zur Musik gehören immer drei – einer hat sie im Kopf und schreibt sie auf, einer hat sie vor Augen und interpretiert sie, einer hört sie mit den Ohren und reagiert darauf. Mit seinen Ohrknacker-Konzerten bringt das Trio Catch diese drei Aspekte wieder zusammen.« — triocatch.com

Diesmal wird Gérard Pessons Catch Sonata zu hören sein, ein verspieltes, virtuoses Werk, welches dem Trio buchstäblich auf den Leib geschrieben wurde. Die Musikerinnen erläutern Schlüsselstellen der Komposition, präsentieren Einblicke in die Probearbeit und diskutieren verschiedene Interpretationsmöglichkeiten.

Die zweite Hälfte des Konzerts verläuft ohne weiteres Gespräch mit völlig neuen Tönen: Mikel Urquiza erkennt den Künstler als »Betrüger und Fallensteller«, der listig das Sein jagt. Sein Pieges de neige (Schneefallen) ist zudem ein Stück über verborgene, leise Wandlungsprozesse und das Verlorengehen im Schnee. Dai Fujikura beschreibt Hop als eine persönliche Rache an seinen früheren Klaviertrios, zugleich ein rebellischer Flummi oder das musikalische Bild einer im Sonnenglanz schimmernden Wasseroberfläche.

Trio Catch: Boglárka Pecze (Klarinette), Eva Boesch (Violoncello) und Sun-Young Nam (Klavier). Foto: Lennard Rühle. triocatch.com

Programm

Gérard Pesson, Catch Sonata (2016, als »Ohrknacker«)
Mikel Urquiza, Piéges de neige (2018)
Dai Fujikura, Hop (2019)

Tickets

Vorverkauf: 16 € zzgl. Gebühr
Infotresen Stadtgalerie Kiel/KulturForum
Tourist-Information Kiel

Abendkasse: 18 € / ermäßigt 12 € / Schüler*Innen und Studierende frei (nur Ak)

Archiv

»Die Vier Jahreszeiten«

Eine Komposition von Bent Sørensen nach Texten von Tomas Espedal
– Ensemble POING und Hinrich Schmidt-Henkel.

Montag, 18. November 2019, 19 Uhr
KulturForum in der Stadtgalerie

»Die vier Jahreszeiten« (De fire årstider, 2016) ist eine internordische Kooperation zwischen dem dänischen Komponisten Bent Sørensen, dem norwegischen Autor Tomas Espedal und dem norwegischen Trio POING.

Sørensen und sein langjähriger Freund Espedal fanden zusammen, um Ausschnitte aus Espedals poetischem Roman »Das Jahr« (Året) in ein musikalisches Werk zu verwandeln. Es geht um den Verlust einer großen Liebe, eindrucksvoll komponiert für einen Sprecher und Musik.

Realisiert wird die Komposition vom Trio POING, einem der bedeutendsten skandinavischen Ensembles für zeitgenössische Musik:

  • Frode Haltli (Akkordeon),
  • Håkon Thelin (Kontrabass) und
  • Rolf-Erik Nystrøm (Saxophon)

Sprecher ist der vielfach ausgezeichnete Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel, dessen Übersetzung von Espedals »Das Jahr« erst jüngst erschienen und auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert worden ist.

POING performt an ungewöhnlichen Orten, in Clubs, Konzertsälen und wo immer sie die »unmöglichen Träume« eines Komponisten/einer Komponistin realisieren können. Sie zeigen dem Publikum, dass zeitgenössische Musik unterhaltsam sein kann und dass in aller Unterhaltung und gelegentlich auch verrückten Aktionen ein starkes gesellschaftliches Engagement und existentielle Tiefe zum Ausdruck kommen kann (nach: www.poing.no).

Fotos: Geir Dokken, Frederikke Vang, Andreas Turau
Eintritt

Vorverkauf: 16 € zzgl. Gebühr
(Stadtgalerie, Touristbüro, www.kiel-souvenirs.de)
Abendkasse: 18 € / ermäßigt 12 € (nur AK)
barrierefrei

Eine Kooperation des Forums für zeitgenössische Musik e.V.
mit dem Literaturhaus Schleswig-Holstein

Having Never Written a Note for Percussion

»Aus der Stille«

Jonathan Shapiro – Percussion
Maria Bulgakova – Sopran

Freitag, 17. Mai 2019, 20 Uhr
Kulturforum in der Stadtgalerie

Entgegen seiner Behauptung Having Never Written a Note for Percussion schrieb James Tenney doch eine sparsame, aber vielsagende Spielanweisung:

Quelle: Smith Publications, Sharon, Vt 05065, USA

Der Lübecker Schlagzeuger Jonathan Shapiro nutzt sie, um in Hochspannung die volle Bandbreite des Klanges von Tam Tams erleben zu lassen: von fast unhörbaren dunklen Klängen bis hin zum explosiven weißen Rauschen und wieder zurück ins Nichts.

Daraus entwickeln Jonathan Shapiro und die Sopranistin und Stimmkünstlerin Maria Bulgakova das ganze Programm eines farbenreichen Konzerts.

Spektakulärer Höhepunkt ist Alexander Schuberts Laplace Tiger. Jonathan Shapiro ist am Drumset in Hochform. Unabhängig davon gelingt ihm noch, mit Sensoren, die an seinen Armen befestigt sind, Audio- und Videoeinspielungen live zu generieren und zu steuern.

Fotos: Gerhard Kühne / Margret Witzke
Programm

James Tenney, Having Never Written a Note for Percussion (1971)
Maria Bulgakova, Aus der Stille (2003)
John Cage, Aria (1958)
Alexander Schubert, Laplace Tiger (2009)
Jonathan Shapiro, Nocturne 1 (2016)

Eintritt

Vorverkauf: 16 € zzgl. Gebühr (Stadtgalerie, Touristbüro)
Abendkasse: 18 € / ermäßigt 12 € (nur AK)
Schüler und Studenten frei
barrierefrei

»Feuer und Melancholie in der Halle400«

Das Forum für zeitgenössische Musik bedankt sich für den erfolgreichen Konzertabend am vergangenen Freitag beim erfreulich zahlreich erschienenen Publikum sowie bei Florian Hoelscher, der Frederic Rzewskis The People United Will Never Be Defeated ausgezeichnet zur Aufführung brachte.

Den Erfolg des Abends bemerkte Christian Strehk in seiner Rezension unter dem Titel »Feuer und Melancholie in der Halle400« mit den folgenden Worten:

Das wahnwitzig virtuose Hauptwerk […] verfehlt seine brennende Wirkung auch bei Florian Hoelscher nicht. Dabei geht der Pianist bedächtiger vor als etwa sein Kollege Igor Levit (beim SHMF). Hoelscher bringt die explosiven, zwischen serieller Avantgarde, Jazz- und Kurt Weill-Anklängen sowie Neoromantik changierenden Entladungen in Balance: Da bespiegelt sich der heiße revolutionäre Drang immer wieder in einer tiefen Melancholie.
Und genau die kennt auch die Themenquelle, das chilenische Kampflied »El Pueblo Unido«, mit dem sich der Widerstand gegen das Pinochet-Regime Mut machte. Ein Coup, dass Chiffren-Initiator Friedrich Wedell die wiederentdeckte Schallplattenaufnahme davon vorab abspielen lässt. So stecken Hörer und Spieler gleich tief drin in der Aura. Hoelscher wird zu Recht für eine bravouröse […] Aufführung gefeiert, die einen Sog vergleichbar Keith Jarretts Köln Concert entwickelt.
Foto: Helge Krückeberg

Quelle: Christian Strehk in den Kieler Nachrichten am Dienstag, 6. November 2018

Wir, das Forum für zeitgenössische Musik, machen nächstes Jahr weiter.

After Work-Konzert

Florian Hoelscher – Klavier:

The People United Will Never Be Defeated!
36 variations on ¡El pueblo unido jamás será vencido!

Frederic Rzewski (*1938)

Freitag, 2. November 2018, 18 Uhr (Konzerteinführung 17:15 Uhr)
Halle400 Kiel
An der Halle400 Nr. 1, 24143 Kiel

Die weltweit bekannte Melodie des chilenischen Liedes von Sergio Ortega, dem Thema des Variationswerkes, war ein Symbol für die Allende-Regierung und den antiimperialistischen Kampf in Chile nach dem Militärputsch von 1973. Ihr Anfangsrhythmus ist auch hierzulande ein bekanntes Motiv des Widerstandes.

Rzewskis nur selten gespielte Variationen der Melodie tragen auch musikalisch die Haltung des Widerstands weiter. Sie erfordern eine aberwitzige Virtuosität, und die Freiheit in der Vermischung von Folklore, Klassik, Moderne, Jazz und Popmusik erweitert ihrerseits den Fokus auf revolutionäres Handeln überhaupt,  gesteigert noch durch die Erinnerungen an zwei weitere bekannte Revolutionslieder.

Frederic Rzewski:
Außer dem Thema selbst erscheinen zwei Lieder an verschiedenen Stellen: Das italienische Revolutionslied „Bandiera rossa“, das sich auf jene Italiener bezieht, die in den siebziger Jahren ihre Türen den zahlreichen Flüchtlingen vor dem chilenischen Faschismus öffneten, und das antifaschistische „Solidaritätslied“ von Hanns Eisler aus dem Jahr 1932, das daran erinnert, dass es in der Vergangenheit Parallelen zu den Bedrohungen von heute gibt, und dass es wichtig ist, daraus zu lernen.

Die Musik hat eine Spannweite von der schlichten Liedform bis hin zu größter pianistischer Leistung, der Ausdruck reicht in wechselnden Zyklen von sensibelster Lyrik bis hin zu dramatischer Tragik – und doch: die Musik bleibt immer verständlich, mitreißend und erschütternd.

Ein politisches Statement – und höchste Klavierkunst !

Zum Archiv "Chiffren"
Bildnachweis: Stadtarchiv Kiel, 1.1 FotoSlg 66548

Karten:
Vorverkauf Konzertkasse Streiber: 16 € / ermäßigt 11 €
Abendkasse: 18 € / ermäßigt 12 €
Schüler und Studenten frei
barrierefrei

Impressum:
Forum für zeitgenössische Musik e.V.
c/o Musikwissenschaftliches Institut
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Verantwortlich für den Inhalt:
Dr. Friedrich Wedell

Projektbüro:
Diedrichstr. 2, 24143 Kiel
Tel.: 0431 / 220 2620
Fax: 0431 / 220 2907

Montag 10–15 Uhr
Donnerstag 13–18 Uhr

Außerhalb der Bürozeiten:
Tel.: 0151 / 19 68 6008
info@chiffren.de

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